Die Grube Ypsilanta

 

Das Grubenfeld Ypsilanta wurde 1839 an Ludwig Seibel aus Oberscheld verliehen und gelangte später in den Besitz der "Gewerkschaft des Schelder Eisenwerkes"

 

Am 31.März 1873 wurde die Grube dann auf die Firma J.C.Grün eingetragen.

Schon vor der ersten Verleihung war im Grubenfeld Ypsilanta der Bergbau auf Roteisenstein umgegangen.

Dieser Bergbau fand auf der linken Seite im unteren Bereich des Irrscheldetals statt.

 

1885 wurden die Schächte I (30m Teufe) und II (16m Teufe) auf dem Lager niedergebraucht und durch Strecken vorgerichtet.

Förderung: 390t Eisenstein

 

Ende 1885 wurde die Arbeit aufgrund großer Wasserzuflüsse eingestellt.

 

1886 wurde Schacht II bis 18m abgeteuft und die Wasser mit einem Pulsometer gehoben.Es wurden 738t Eisenstein gefördert.

Schacht I wurde bis 20m gesümpft und es wurde ein Querschlag auf das Lager aufgefahren.

Da sich dieses Lager in die Teufe niedersetzte und wegen der ungünstgen Beriebsverhältnisse wurde der Betrieb am 31.Mai 1886 eingestellt.

 

1899 wurde der Maschinenschacht 13m abgeteuft.

14m unter der Rasenhängebanksohle wurde eine Stollenrösche für den Wasserabfluss angesetzt.

    

1900 wurde der Schacht bis zu einer Teufe vom 59m niedergebracht.

Es wurde eine Sumpfstrecke getrieben vom 38m Länge.

Bei 56m Teufe wurde eine Richtstrecke Richtung Nordosten gegen das Lager getrieben.

Sie erreichte gegen Ende des Jahres 31m Länge.

An dieser Stelle wurde eine Wasserführende Kluft angefahren, die soviel Wasser brachte, dass der Betrieb eingestellt werden musste.

Ein Pulsometer ist eine kolbenlose mit Dampf betriebene Wasserpumpe. Der Name leitet sich von der pulsierenden Arbeitsweise ab. Die Pumpe besteht aus Arbeitskammern mit Saug- und Druckventielen. Der Dampf strömt über ein Druckventil in eine der Kammern, wo er durch Abkühlung kondensiert. Dadurch entsteht ein Unterdruck, durch den Wasser über ein Saugventil angesaugt wird. Erneuter Dampfdruck befördert das Wasser auf die gewünschte Förderhöhe und füllt wiederum die Kammer.

Zur Sümpfung und Wasserhaltung wurden 2 Pulsometer von Körting eingebaut, die eine Förderleistung von 800 und 600 l/min bei einer Förderhöhe von 43m hatten.

Zur Förderung diente ein Dampfkessel.

Den Dampf erzeugte ein Röhrenkessel mit 42 m2 Heizfläche.

Die Fundamente der Fördermaschine und den Ansatzpunkt dse Schachtes kann man heute noch erkennen. 

 

1901 ereicht die Richtstrecke eine Länge von 200m und steht in der Nähe des alten Betriebes.

Der Wasserzufluss beträgt 650l/min bei starkem Regenwetter, bzw. beim Anfahren Wasserreicher Schichten bis zu 1800l/min.

 

1902 unterfuhr die Richtstrecke die Baue des älteren Betriebes und traf endlichein Abbauwürdiges Erzlager an.

Die Mächtigkeit des Lagers betrug 2,5m und wurde im Streichen nach beiden Richtungen überfahren.

Die Förderung bei den Auffahrarbeiten betrug: 3190,69t.

   

1903 wurde das angefahrene Lager vorgerichtet und abgebaut.

Die Förderung berug 7600,6t Eisenstein mit einem Fe-Gekahlt von 51 %.

Verladen wurde das Erz auf dem Anschlussgleis der Grube Prinzkessel.

 

1904 wurde die Richtstrecke bis zur östlichen Markscheide aufgefahren. In diesem Bereich ging die Lagermächtigkeit zurück. Die erschlossenen Lagerpartien wurden abgebaut mit einer Förderleistung von 9807,3t Eisenstein in diesem Jahr.

Am 3. September wurde der Betrieb im alten Maschinenschacht eingestellt

 

1904 begann man mit dem Abteufen eines neuen Maschinenschachtes aud der Grube Ypsilanta.

 

1905 wurden Maschinen-und Kesselhaus errichtet und die Fördermaschine installiert. Bis zum Jahresende hatte der Schacht eine Teufe vom 96m erreicht und es wurde dort die erste Tiefbausohle angesetzt.

 

typische Anordnung von Motor und Kreiselpumpe

Im Juli 1907 besaß der Schacht eine Teufe vom 149m. Zur Wasserhaltung diente eine Dampfpumpe mit einer Leistung von 1000l/min sowie eine elektrisch betriebene Zentrifugalpumpe.

1907 bestanden beide Pumpem ihre Bewährungsprobe bei einem Wasserdurchbruch.

1907 wurde auch der Wasserlösungsstollen, der heutige Besucherstollen, fertiggestellt.

 

1909 wurde der Betrieb eingestellt und die Berleute auf die umliegenden Gruben verteilt.

Die Grube wurde später nur noch Zeitweise bis zum Jahre 1934 betrieben, wo dann der Abbau und die Förderung entgültigt eingestellt wurden.

Der vordere Teil diente dann später nochmals einem Oberschelder Bürger als Sprengstofflager.  

 

1992 im Juni wurde uns dann die Genehmigung durch das Beramt erteilt einen Besucherstollen zu betreiben, in dem bis heute schon mehr als 10000 Besucher geführt wurden. 

 

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